Fußball und Klimawandel: Nachhaltigkeit im Sport

Fußball und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gewinnt im Profifußball zunehmend an Bedeutung. Als einer der beliebtesten Sportarten der Welt steht Fußball häufig im Rampenlicht, wenn es um Themen wie soziale Verantwortung, ökologische Auswirkungen und wirtschaftliche Nachhaltigkeit geht. In Deutschland, wo Fußball tief in der Kultur verwurzelt ist, sind die Bemühungen um Nachhaltigkeit sowohl auf Vereinsebene als auch innerhalb der nationalen Ligen zu spüren. Initiativen konzentrieren sich auf verschiedene Aspekte, von der Reduzierung von Abfall über den Einsatz von erneuerbaren Energien bis hin zur Förderung von Inklusion und lokaler Beteiligung.

Maßnahmen wie die Einführung von Nachhaltigkeitskommissionen und -strategien zeigen, dass die Verbände den Ernst der Lage erkannt haben und bereit sind, im Bereich der Nachhaltigkeit Führungsrollen zu übernehmen. Der Deutsche Fußball-Bund und andere Organisationen arbeiten an Strategien, um nachhaltige Unternehmenskulturen voranzubringen und aus der Vergangenheit zu lernen. Auch auf europäischer Ebene ergreift die UEFA Maßnahmen, um Veranstaltungen umweltfreundlicher und inklusiver zu gestalten, was die Vernetzung und den Einfluss solcher Initiativen auf den Fußball in Deutschland und darüber hinaus hervorhebt.

Nachhaltigkeit im Profifußball

Nachhaltigkeit wird im deutschen Fußball vermehrt als zentraler Bestandteil der Verbands- und Vereinspolitik anerkannt.
Nachhaltigkeit wird im deutschen Fußball vermehrt als zentraler Bestandteil der Verbands- und Vereinspolitik anerkannt. | Thorsten Becker

Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Leitprinzip in der Welt des Profifußballs. Initiativen der DFL und der Bundesliga-Vereine zielen darauf ab, in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung gewichtige Fortschritte zu erzielen.

Ökonomische Aspekte

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga verankern das Prinzip der Nachhaltigkeit fest in ihrer Geschäftstätigkeit. Wirtschaftliche Entscheidungen werden mit dem Ziel getroffen, langfristige Stabilität und Zukunftsfähigkeit des Profifußballs sicherzustellen. Dies schließt ein Bekenntnis zu wirtschaftlichen Nachhaltigkeitskriterien mit ein, die darauf abzielen, die Profivereine in ein Gleichgewicht aus Einnahmen und Ausgaben zu führen, um die finanzielle Gesundheit des deutschen Fußballs zu erhalten.

Ökologische Maßnahmen

Im Bereich der Ökologie setzen die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga zunehmend auf Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Förderung der Klimaneutralität. Es werden Strategien entwickelt, um Energieeffizienz zu steigern und den Einsatz erneuerbarer Energien zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem:

  • Energie: Implementierung von energieeffizienten Beleuchtungssystemen und Solartechnologie in Stadien.
  • Mobilität: Anreize für Fans, öffentliche Verkehrsmittel zu Spielen zu nutzen und Investitionen in Elektromobilität.

Soziale Verantwortung

Die gesellschaftliche Verantwortung manifestiert sich in verschiedenen Projekten der Bundesliga-Clubs. Diese reichen von Unterstützung lokaler Gemeinschaften bis hin zu Initiativen für soziale Gerechtigkeit. Die DFL und ihre Vereine erkennen die Bedeutung, die der Profifußball für die Gesellschaft hat, und richten entsprechende Bildungs- und Integrationsprogramme aus. Der Profifußball dient somit nicht nur der Unterhaltung, sondern leistet auch einen Beitrag zu sozialen Belangen.

Nachhaltigkeitsinitiativen und Rahmenwerke

Fußballorganisationen initiieren Strategien und Kommissionen, um nachhaltige Praktiken zu integrieren.
Fußballorganisationen initiieren Strategien und Kommissionen, um nachhaltige Praktiken zu integrieren. | Thorsten Becker

Die deutschen Fußballinstitutionen DFB und DFL sowie die UEFA haben spezifische Rahmenwerke und Strategien implementiert, um Nachhaltigkeit im Fußball voranzutreiben.

Nachhaltigkeitsziele der DFL und des DFB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel „Gutes Spiel“ entwickelt, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert. Diese Strategie umfasst verschiedene Handlungsfelder, darunter Gemeinschaft, Gesundheit, Umwelt und Good Governance. Die initiierten Maßnahmen reichen von der Verbesserung der Mobilität der Fans durch Kooperationen mit der Deutschen Bahn bis hin zur Schaffung von Klimaschutz- und Nachhaltigkeitskonzepten bei Vereinen wie der TSG Hoffenheim.

Die Kommission Nachhaltigkeit des DFB widmet sich der kontinuierlichen Einbindung dieser Aspekte in den Fußball, wobei auch auf eine Kooperation mit Politik und Wissenschaft gesetzt wird, um die Ziele effizient zu erreichen.

Internationale Einflüsse und die UEFA

Auf internationaler Ebene setzt sich die UEFA für ökologische Nachhaltigkeit ein. Zentral für ihre Bemühungen ist die Messung des CO2-Fußabdrucks bei großen Turnieren, um die Auswirkungen ihrer Veranstaltungen zu reduzieren und Nachhaltigkeitsprogramme über die gesamte Veranstaltung hinweg zu implementieren – von An- bis Abpfiff. Der ökologische Fußabdruck wird dabei durch spezielle Rechenmodelle erfasst, welche die verschiedenen Wege der Anreise und die damit verbundenen Emissionen berücksichtigen.

Die UEFA fördert auch gemeinsame Nachhaltigkeitsbemühungen bei ihren Endspielen, unter anderem durch die Unterstützung umweltfreundlicherer Reisemöglichkeiten für Fans und die Einbindung in die lokalen Klimaschutzpolitiken der Austragungsorte.

Best Practices und Fallbeispiele

Umweltfreundliche und gesellschaftlich verantwortliche Maßnahmen stehen im Fokus verschiedener Initiativen im Fußball.
Umweltfreundliche und gesellschaftlich verantwortliche Maßnahmen stehen im Fokus verschiedener Initiativen im Fußball. | Thorsten Becker

Im Bereich Fußball und Nachhaltigkeit setzen Clubs zunehmend auf grüne Strukturen und ressourcenschonende Maßnahmen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Einige Vereine heben sich durch vorbildliches Engagement besonders hervor.

VfL Wolfsburg und TSG Hoffenheim

VfL Wolfsburg hat sich der Nachhaltigkeit verpflichtet und nutzt Regenwasser zur Bewässerung des Spielfeldes, was den Wasserverbrauch deutlich senkt. Zudem fördert der Club den Austausch über nachhaltige Praktiken und unterstützt Bildungsprojekte zum Thema Umweltschutz.

Die TSG Hoffenheim verfolgt ähnliche grüne Prinzipien. Der Club hat spezielle Strukturen geschaffen, um Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen zu integrieren, von Energie und Infrastruktur bis hin zum personalen Engagement. Der Einsatz von Pestiziden wird vermieden und alternative Pflegemethoden werden angewandt, um die Umwelt zu schonen.

Forest Green Rovers als Vorbild

Die Forest Green Rovers gelten international als eines der besten Beispiele für einen nachhaltigen Fußballclub. Sie sind vom Fußabdruck her als erster klimaneutraler Fußballverein anerkannt und setzen strikt auf Grüne Energie. Auf ihrem Stadiongelände verwenden sie ausschließlich Ökostrom, recyceln Regenwasser und servieren ausschließlich vegetarische Speisen, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren.

Herausforderungen und Ausblick

Fußball ist mit Leidenschaft und Emotion verbunden, doch der Sport steht auch im Zeichen des Klimawandels vor Herausforderungen. Professionelle Fußballvereine und Verbände sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Die UEFA hat bereits Maßnahmen eingeleitet, um die ökologischen Auswirkungen ihrer Endspiele zu verringern.

Fan-Mobilität: Ein wesentlicher Teil des CO2-Ausstoßes im Fußball rührt von der Anreise der Fans zu den Spielen her. In Zukunft müssen intelligente Konzepte für eine nachhaltige Fan-Mobilität entwickelt werden, um die Emissionen zu minimieren.

  • Nachhaltigkeitsrichtlinien: Die UEFA, DFL und andere Fußballverbände arbeiten an Nachhaltigkeitsrichtlinien, die im Lizenzierungsverfahren eingebunden werden sollen. Dies zwingt Klubs, nachhaltiger zu agieren.

  • Kreislaufwirtschaft: Mehrwegbecher in Stadien und eine verbesserte Abfalltrennung sind erste Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft, um den Abfall zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

  • Bundesregierung und Städte: Sie müssen im Dialog mit Fußballverbänden Infrastrukturen schaffen, die eine umweltfreundliche Anreise ermöglichen und somit zum Abbau des CO2-Fußabdrucks beitragen.

Das DFL Nachhaltigkeitsforum bietet eine Plattform für den Austausch und die Förderung von Best Practices. Es ist ein Raum für Dialog und Zusammenarbeit mit dem Ziel der Schaffung einer nachhaltigen Zukunft im Profifußball.

Gemeinschaft und Gesundheit: Jeder Akteur im Fußballsport, von den Vereinen über die Fans bis hin zur breiteren Gemeinschaft, trägt eine Verantwortung. Gesundheit und Umweltschutz dürfen nicht als Gegensätze begriffen werden, sondern sollten Hand in Hand gehen.

Die Weiterentwicklung nachhaltiger Ansätze im Fußball ist komplex und erfordert das Engagement aller Beteiligten – für die Umwelt und die Integrität des Sports.

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